
Der aktuelle Zugang vom Ortszentrum von Inden zur Goltsteinkuppe mit dem Indemann wirkt wenig einladend: Ein Durchfahrt-verboten-Schild, eine Schranke und eine schmale Schneise zwischen Brachflächen prägen das Bild. Um diesen wichtigen Weg aufzuwerten, ließ die Gemeinde im Rahmen eines Werkstattverfahrens drei Planungsbüros Konzepte entwickeln. Die Wahl fiel auf den Entwurf von Sowatorini, der mit seiner klaren Formensprache und praktikablen Umsetzung überzeugte.
Bürgermeister Stefan Pfennings zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Mit diesem Entwurf schaffen wir eine einladende und nachhaltige Verbindung zum Indemann. Die Lösung verbindet gestalterische Qualität mit wirtschaftlicher Weitsicht und setzt ein starkes Zeichen für die zukünftige Entwicklung unserer Heimat.“
Die Neugestaltung des Zugangs ist Teil eines Projekts der Gemeinde Inden zur Weiterentwicklung des Freizeitzentrums am Indemann, das im Rahmen des „Starterpakets Kernrevier“ vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird.
Bestechend klare Lösung
Die Jury diskutierte intensiv über die Entwürfe, insbesondere vor dem Hintergrund der finanziell angespannten Situation der Gemeinde. Letztlich fiel die Entscheidung mit einer Mehrheit von 7:1 Stimmen für das Konzept „Einschnitt“ von Sowatorini Landschaft aus Bochum und Berlin. Die Fachexperten in der Jury hoben hervor, dass dieser Entwurf eine kostengünstige und pflegeleichte Lösung, die zugleich „in der Wahl der gestalterischen Elemente bestechend einfach und klar“ sei.
Mit „Einschnitt“ wird der Zugang zum Indemann neu definiert. Der Entwurf sieht zwei trapezförmige Hecke vor, die zu den Endpunkten hin niedriger werden. Die Hecken wachsen in einem feines Metallgerüst und entwickeln sich – parallel zur Befüllung des Indesees über Jahrzehnte hinweg.
Auch die Bepflanzung wurde gezielt ausgewählt: Zum Einsatz sollen schnittverträgliche Heckenpflanzen wie Feldahorn, Hainbuche und Weißdorn, ergänzt durch Kornelkirsche und Liguster kommen. Diese Pflanzen sind pflegeleicht und tragen zur langfristigen Gestaltung des Weges bei.
Ein echtes Tor mit Strahlkraft
Die Jury, der auch eine Vertreterin der Jungen Bürgerschaft angehörte, würdigte den Entwurf als eine überzeugende Lösung. „Sawatorini hat mit diesem Konzept ein echtes Tor entwickelt“, heißt es sinngemäß in der Begründung. „Es nimmt Bezug auf die anstehende Zeit der Transformation, die Befüllung des Sees und die Inwertsetzung der Ufer. Durch den stählernen Heckenkörper entsteht ein ‚Zwilling‘, der diese Zeitlichkeit aufnimmt, indem er sich durch das Wachstum der heimischen Heckenpflanzen ebenfalls sukzessive auf ein Endstadium zubewegt.“
Besonders hervorgehoben wurde die Wirkung des Entwurfs auf den Raum. „Die Flanken des Tors öffnen sich zur Straße und formulieren eine einladende Geste, während die leichte Verengung in Richtung Goltsteinkuppe einen Sogeffekt erzeugt“, so die Jury. In das stählerne Objekt werden Sitzmöglichkeiten integriert, während die übrigen Bereiche nahezu unangetastet bleiben.
Die Empfehlungskommission betonte zudem die herausragende Funktionalität des Konzepts: „Das Tor schafft nicht nur Orientierung, sondern macht neugierig auf die dahinterliegende Landschaft. Es hat einen hohen Aufmerksamkeits- und Wiedererkennungswert und könnte sogar als wiederkehrendes Element um den Indesee etabliert werden.“
Mit der Umsetzung der Neugestaltung werden Besucherinnen und Besucher bereits in wenigen Jahren eine ansprechende und gut erkennbare Verbindung zwischen dem Rathaus Inden und dem Indemann vorfinden.
Die Jury
- Regina Dechering, Gemeinde Inden, Stabsstelle Strukturwandel, Planung und Entwicklung
- Melanie Gutmann, RWE Power Aktiengesellschaft, Forschungsstelle Rekultivierung
- Prof. Norbert Kloeters, Landschaftsarchitekt bdla
- Reinhard Marx, CDU
- Ulrike Platz, Landschaftsarchitektin
- Herbert Schlächter, Unabhängige Demokratische Bürger Inden
- Josef Johann Schmitz, SPD (entschuldigt)
- Alfred Rubbeling, Bündnis 90/Die Grünen
- Victoria Thörener, Junge Bürgerschaft