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Besucherzentrum am Tagebau: Für den Tourismus der Zukunft

Dürener Nachrichten - 16. Juli 2017 - 16.07.2017 12:33
Besucherzentrum am Tagebau: Für den Tourismus der Zukunft

Die Tagebautätigkeit im Indeland wird 2030 Geschichte sein. Jahrzehntelang wird sich die entstandene Grube mit Wasser füllen, bis der Indesee allmählich auf die Größe des Tegernsees anwächst. Voraussichtlich werden die Touristenströme in die Region aber schon zu Zeiten der „Zwischenlandschaft“ zunehmen.

 

Grund genug also, über die Errichtung eines Besucherzentrums nachzudenken, das als Anlaufstelle für touristische Angebote dienen könnte. Vorerst schwirrten solche Überlegungen aber nur in den Köpfen der Architekturstudierenden der Fachhochschule (FH) Aachen umher.

 

Drei Monate lang beschäftigten sich 29 Studierende in ihrer Bachelorarbeit mit der Thematik. „Es entstand eine große Bandbreite an möglichen Lösungen“, sagte Professor Markus Hermann von der FH, die die Aufgabenstellung in Kooperation mit der Gemeinde Inden und der Entwicklungsgesellschaft Indeland herausgegeben hatte. 13 der Arbeiten schafften es in die Vorauswahl, von denen wiederum drei mit einer Siegesprämie in Höhe von insgesamt 600 Euro belohnt wurden.

 

„Wo könnte die Geschichte des Tagebaus besser vermittelt werden, als unter der Erde?“ , fragte sich zum Beispiel die Erstplatzierte Olga Mioduszewska. So ragt in ihrem Entwurf lediglich ein Glaskubus über die Oberfläche hinaus, gleich neben dem bekannten Indemann. „Sozusagen als Anziehungspunkt“, erklärte die Architekturstudentin. Wer den gläsernen Eingangsbereich dann betritt, der gelangt sofort in das unterirdische Besucherzentrum.

 

Fünf Meter tief geht es dabei in den Boden. „Eigentlich verschwindet das Loch durch die Entstehung des Sees ja, in meinem Entwurf aber nicht“, erzählte Mioduszewska stolz. Ursprünglich sollte der oberirdische Kubus als Aufenthaltsraum fungieren, nach Gesprächen mit den Dozenten revidierte sie diesen Plan jedoch.

 

Ebenfalls den ersten Platz konnte sich Saskia Frömbgen mit ihrem Thema der verschwundenen Dörfer sichern. „Die Häuser werden in der Gebäudestruktur wiederbelebt“, erläuterte Professorin Heike Matcha von der FH. Den dritten Platz erreichte Alina Höffgen.

 

Obwohl die Arbeiten reine „Machbarkeitsstudien“ sind, seien sie dennoch „halb realitätsbezogen“, so Matcha. Tatsächlich gebe es nämlich Interessenten für ein solches Projekt. Schließlich existiere so eine Landschaft, wie sie rings um den Indemann entstehen wird, kein zweites Mal in Europa, so Jens Bröker, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland. Ob und wie das Besucherzentrum irgendwann wirklich kommt, liegt aber noch unter vielen Fragezeichen vergraben.

 

Autor: Joel Teichmann

Foto: Ralf Roeger