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Masterplan als Meilenstein fürs "indeland"

Dürener Nachrichten / 13.Januar 2016 - 13.01.2016 21:32
Masterplan als Meilenstein fürs "indeland"

Niederzier. Landrat Wolfgang Spelthahn sprach von einem „Meilenstein für den weiteren Entwicklungsprozess im Indeland“: Vertreter der sieben „Indeland“-Kommunen Inden, Aldenhoven, Jülich, Eschweiler, Linnich, Langerwehe und Niederzier sowie des Kreises Düren haben am Montagabend nach mehrjährigen Abstimmungs- und Koordinierungsgesprächen mit Fachplanern, Tagebaubetreiber RWE Power und dem Aachener Büro für Kommunal- und Regionalplanung (BKR) in der Aula der Gesamtschule Niederzier den „Masterplan Indeland 2030“ per Deklaration endgültig auf den Weg gebracht. Spelthahn dankte dabei noch einmal ausdrücklich der Gemeinde Inden und ihrem mittlerweile ausgeschiedenen Bürgermeister Ulrich Schuster, die im Jahr 2000 die Diskussion über die Zukunft der Tagebaunachfolgelandschaft neu entfacht hatte und Motor der Seelösung gewesen sei.

90-seitiges Werk

Das knapp 90 Seiten starke Werk sei ein interkommunaler Orientierungsrahmen für den anstehenden Strukturwandel bis zum Ende des Tagebaus im Jahr 2030, der nicht als statisches Instrument, sondern als ein fortlaufender Prozess zu verstehen sei, hieß es. Der Masterplan böte die Chance, lokale Entwicklungsvorstellungen und externe Impulse abzustimmen, zu koordinieren, zu bündeln und strukturwirksame Projekte so zu entwickeln, dass Fördermittel beantragt und private Investitionen akquiriert werden können.

„Wir stehen in der Region gemeinsam hinter dem angestoßenen Prozess“, freute sich Spelthahn über das starke Signal der „Rätekonferenz“, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die Stadt Düren in Kürze als letzter Anrainer des Tagebaus Inden mit ins Boot steigen wird. „Das gemeinsame Planen und Handeln ist die einzige Zukunftsoption für die Region“, betonte André Simon (BKR). Er sieht im „Indeland“ eine Modellregion für den Aufbau einer zukunftsweisenden, ressourcen- und umweltschonenden Infrastruktur. Das wird auch im Leitbild des Masterplans deutlich. Lars Kulik (RWE) spricht von einer Musterregion, die Vorbildcharakter auch für den ebenfalls anstehenden Strukturwandel im Umfeld der Tagebaue Hambach und Garzweiler haben könnte. Im Mittelpunkt steht eine nachhaltige Entwicklung der Region unter weitgehender Nutzung regionaler Potenziale, um den Menschen einen attraktiven Lebensraum zu gestalten. Der fortlaufende Rekultivierungsprozess bietet hervorragende Chancen für die Etablierung einer zukunftsorientierten Landwirtschaft, für attraktive Natur- und Freizeiträume sowie darauf ausgerichtete Strukturen in der Industrie, im Gewerbe und im Bereich der Dienstleistungen, sind die Macher überzeugt. André Simon betonte dabei noch einmal, wie wichtig es sei, die vorhandenen Potenziale der Forschungs- und Bildungslandschaft weiterzuentwickeln. „Ziel muss es sein, hoch qualifizierte Fachkräfte an die Region zu binden“, betonte Simon. Gleichzeitig müsse es gelingen, für stabile Beschäftigungsverhältnisse in allen Bereichen zu sorgen.

Die im Masterplan „Indeland“ 2030 aufgelisteten Maßnahmen und Ziele basieren nach einer Analyse der Stärken und Schwächen der Region auf fünf Leitlinien:

1. Wohn- und Arbeitsbevölkerung dauerhaft an das „Indeland“ binden.

2. Den wirtschaftlichen, sozialen und landschaftlichen Strukturwandel in Folge der Beendigung des Braunkohletagebaus vorausschauend beeinflussen.

3. Die Potenziale der Forschungs- und Bildungslandschaft „Indeland“ im Kontext der Euregio Maas-Rhein nachhaltig fortentwickeln.

4. Modellregion für ressourceneffizientes Wirtschaften.

5. Aufbau einer zukunftsweisenden, ressourceneffizienten und umweltschonenden Infrastruktur.