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Planspiel als Teil der Vorbereitungen auf den Strukturwandel

indeland-Kommunen diskutieren finanzielle Effekte – Moderation durch Wissenschaftler - 27.07.2017 11:30
Planspiel als Teil der Vorbereitungen auf den Strukturwandel
Der Normalfall ist, dass Kommunen für die Errichtung neuer öffentlicher Infrastruktur finanziell in Vorleistung treten müssen. Seit genau einem Jahr erkunden die sieben Städte und Gemeinden des indelands zusammen mit dem Kreis Düren im Rahmen eines Modellprojekts der Raumordnung (MORO).

Der Normalfall ist, dass Kommunen für die Errichtung neuer öffentlicher Infrastruktur finanziell in Vorleistung treten müssen. Seit genau einem Jahr erkunden die sieben Städte und Gemeinden des indelands zusammen mit dem Kreis Düren im Rahmen eines Modellprojekts der Raumordnung (MORO), welche fiskalischen Auswirkungen Investitionen für sogenannte "freiwillige Leistungen" nach sich ziehen, ob sie im positiven Fall hierdurch sogar langfristig neues Eigenkapital aufbauen können. Nun haben zwei Dutzend Expertinnen und Experten der Kreis- und Kommunalverwaltungen die bislang erreichten Ergebnisse im Rahmen eines "Planspiels" zusammengetragen. Trotz der bereits monatelangen Zusammenarbeit zeigte sich dabei, dass der fachliche Austausch zwischen Kämmereien und Planungsämtern nicht immer einfach ist.

 

"Baugebiete gemäß Faktor-X-Prinzipien", "Mobilstationen" und "interkommunale Kooperation in der Gewerbeansiedlung" sind die Maßnahmen, welche die indeland-Kommunen ausgewählt haben, um Effekte für die öffentlichen Haushalte zu erkunden. Drei Forschungseinrichtungen leisten hierbei fachliche Assistenz. Zum Planspiel waren daher fünf Wissenschaftler in das indeland gereist, um die Moderation zu übernehmen und um die Akteure fachlichen zu beraten.

 

Doch zuerst präsentierte Tim Starke, Mitarbeiter des Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. der Universität Leipzig, die Ergebnisse seiner detailreichen Analyse der Kommunalfinanzen. Hierfür hatten die indeland-Kommunen im Frühjahr umfangreiche Haushaltsdaten bereit gestellt.

 

"Die Veranstaltung war insgesamt sehr gelungen", lautete die Bewertung von Franz Flögel, MORO-Regionalbeauftragter mit Büro im Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik, IAT. Mit Zuversicht blicken die Beteiligten nun auf die nächsten Aktivitäten. Zu Anfang des kommenden Jahres steht die gemeinsame Entscheidung an, welches der aktuell theoretisch betrachteten Projekte Thema für die sich anschließende Umsetzungsphase sein wird.

 

Die Veranstaltung fand im Haus Overbach in Jülich-Barmen statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, BMVI, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, BBSR, sowie die Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH, stellen die Mittel für das auf zwei Jahre Laufzeit angesetzte Modellvorhaben bereit. Ziel ist das Fördern einer räumlich-funktional ausgerichteten ganzheitlichen Regionalentwicklung. Für die indeland-Kommunen stellt das Vorhaben zudem ein Schritt im Rahmen der Vorbereitung auf den zu erwartenden Strukturwandel im Zuge der absehbaren Schließung der Braunkohletagebaue dar. Das Vorhaben im indeland ist eines von bundesweit 12 Projekten, die im MORO-Programm "Lebendige Regionen – Aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe" stattfinden.