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Zukunftsweisendes Seniorenquartier in Neu-Pattern

Jülicher Nachrichten / 02.Dezember 2015 - 02.12.2015 17:07
Zukunftsweisendes Seniorenquartier in Neu-Pattern

Aldenhoven. Als der damalige Ortsvereinsvorsitzende Raoul Pöhler von der Aldenhovener SPD im September vergangenen Jahres mit dem Bürgermeisterkandidaten Stephan Spaltner die Idee vom Bau eines Seniorendorfes auf einem Areal an der Konrad-Adenauer-Straße vorstellte, hielten das viele für eine gut platzierte Wahlkampf-Ente der Genossen.

Ein gutes Jahr später hat das Projekt klare Konturen gewonnen und ist startklar. Raoul Pöhler spricht von einer „wichtigen Entwicklungsmaßnahme“ für die Unternehmensgruppe „Gut Köttenich GmbH“, die sechs Seniorenwohnanlagen zwischen Aachen und Köln betreibt, und einem Stück Zukunft für die Gemeinde Aldenhoven, wo die Unternehmensgruppe mit rund 500 Pflegeplätzen und bald 750 Beschäftigten seit dem Jahr 2000 ihren Stammsitz hat.

Das gut 8500 Quadratmeter große Grundstück in Neu-Pattern bezeichnet Pöhler als Zufallserfolg, da es eine einzigartige Infrastruktur biete. „Alles, was sie zum Leben brauchen, ist im Umkreis von 150 Metern zu haben.“ Inmitten eines entwickelten Wohngebietes sollen neben einem Zentralgebäude mit Bistro, Tagespflege und 19 betreuten Wohnungen insgesamt 22 Bungalows im Bauhaus-Stil als Einzel- oder Doppelhäuser in Massivbauweise errichtet werden, die gemietet oder gekauft werden können. „Die Nachfrage ist riesig“, sagte Pöhler, der Interessenten von Titz bis Stuttgart, von Baesweiler bis Halberstadt nannte. Da bislang noch keine Verträge abgeschlossen sind, ist für kommenden Monat eine Informationsveranstaltung geplant, in der das Seniorenquartier Aldenhoven einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Stefan Hammerich von der SQL-Gruppe, die in den vergangenen neun Jahren insgesamt 18 Pflegeheime gebaut hat, erläuterte das Konzept der Bauträger-Maßnahme, bei der die Bewohner sehr lange daheim gepflegt werden können. Die entsprechenden Dienstleistungen können individuell gebucht werden. Während die 19 betreuten Wohnungen im Zentralgebäude zwischen 45 und 75 Quadratmeter (qm) messen, sind die Bungalows auf kleinen Grundstücken 80 bis 100 qm groß. Dass diese vorwiegend für eine betuchtere Kundschaft interessant sind, ergibt sich aus Kaufpreisen zwischen 220 000 und 285 000 Euro. Die Miete liegt laut Pöhler zwischen 9,50 und 10 Euro pro Quadratmeter plus individueller Pauschale bei zugebuchten Pflegeleistungen.

Als Angebot, das „gut in die Zeit passt“, würdigte RWE-Direktor Michael Eyll-Vetter den Startschuss „des für uns wichtigen Projektes“, das dazu beitrage, Zukunftsstrukturen in der von der Energiewirtschaft geprägten Region aufzubauen. Jens Bröker, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland, sieht bei dem Projekt die Schnittmenge gemeinsamer Interessen verwirklicht, da es die Strukturentwicklung und zukunftsfestes Wohnen mit skalierbaren Dienstleistungen beinhalte. Für die Entwicklung dieses Zukunftsmarktes für neue Wohnformen habe die Entwicklungsgesellschaft gerne die Marke Indeland zur Verfügung gestellt.

Bürgermeister Ralf Claßen, der am Ende den SPD-Kandidaten aus dem Feld geschlagen hatte, nannte das Seniorenquartier einen Baustein von vielen auf dem Weg zu einem familien- und seniorenfreundlichen Aldenhoven. So habe die Gemeinde hier noch andere Bauprojekte in der Pipeline.

Auf Anfrage bezifferte Raoul Pöhler die Investitionssumme für das Bauprojekt auf rund elf Millionen Euro. Der erste Spatenstich soll im März und die Fertigstellung nach sieben Monaten Bauzeit noch im kommenden Jahr erfolgen. Damit der „sportliche Zeitplan“ gelingen kann, sind bis zu 150 Leute auf der Baustelle an der Konrad-Adenauer-Straße tätig.

Im Seniorenquartier Aldenhoven entstehen gleichzeitig 15 neue Arbeitsplätze, während sich die Gemeinde über einen Bevölkerungszuwachs von 70 bis 80 Personen freuen darf.

Gemeinderat ebnete planerisch den Weg

Der Aldenhovener Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Änderung des Bebauungsplanes 15 A Neu-Pattern beschlossen, in dessen Geltungsbereich das Seniorenquartier liegt.

Der Bauverwaltungsausschuss hatte zuvor empfohlen, den Entwurf des Bebauungsplanes nach der Offenlage dahingehend zu ändern, dass Vergnügungsstätten im Plangebiet ausgeschlossen werden.