Indesee – der aktuelle Stand der Planung

Der Tagebau Inden wird zu einem großen See. Der offizielle Startschuss fällt 2030, aber schon jetzt passiert hinter den Kulissen eine ganze Menge. Unsere Themenseiten halten Sie auf dem Laufenden.

Aktueller Stand und nächste Schritte

Letzte Aktualisierung: November 2022 

Der aktuelle Stand des Rahmenplans Indesee – Endzustand, der im November 2022 in den politischen Gremien beraten wird

Rahmenplanung Indesee 2.0

Welche Form wird der Indesee haben? Und wie wird das Seeufer gestaltet? Diese Fragen beantwortet der Rahmenplan Indesee, der zurzeit erarbeitet und in den politischen Gremien beraten wird. Der Bezirksausschuss Merken hat die aktuelle Planung am 2. November 2022 zur Kenntnis genommen. Der Hauptausschuss Inden hat am 9. November 2022 über das Thema beraten und weiteren Beratungsbedarf zu einzelnen Punkten des Rahmenplans angemeldet. 

Im Fokus der Rahmenplanung steht zunächst der Endzustand des Indesees, der etwa im Jahr 2060 erreicht sein soll.  Sobald dieser rechtlich gesichert ist, rückt die Nutzung der Zwischenlandschaft, also der Böschungsbereiche des späteren Seeufers, in den Vordergrund. 

Im Juni 2022 hatten die Bürgerinnen und Bürger bei drei Workshops Gelegenheit, sich über die aktuellen Pläne zum Endzustand zu informieren und eigene Ideen und Anregungen einzubringen. Die Workshops fanden in den Orten statt, die in Zukunft in unmittelbarer Nähe zum See liegen werden: Inden-Schophoven, Inden/Altdorf und Düren-Merken. Im ersten Halbjahr 2023 sollen weitere Workshops zur Zwischenlandschaft stattfinden.

Weitere Planungen

Der Rahmenplan ist nur ein Teil der laufenden Planungen zur Gestaltung des Indesees. Er fließt in den Abschlussbetriebsplan ein, den RWE Power als Bergbaubetreiber bei der Bergbehörde vorlegen muss. Der RWE-Plan enthält eine detailliertere Beschreibung der technischen Umsetzung der für 2029 geplanten Betriebseinstellung sowie Angaben zur anschließenden Gestaltung der vom Tagebau beanspruchten Flächen. An diesem Verfahren werden wie üblich auch die betroffenen Kommunen beteiligt. Der Abschlussbetriebsplan und der Rahmenplan sind aufeinander abgestimmt und bilden zusammen die Grundlage für die Gestaltung des Indesees.

Überdies werden von den Fachbehörden und -verbänden eigene Planungen zum Thema Wasser erstellt. Das ist angesichts des Klimawandels und längerer Trocken­perioden im Sommer besonders wichtig, denn ein Großteil des Wassers für den Indesee soll aus der Rur kommen.

Parallel zum Rahmenplanprozess erörtern die Städte und Gemeinden im indeland in mehreren interkommunalen Arbeitskreisen zudem, wie etwa die umliegenden Ortsteile von Jülich und Aldenhoven, der Blaustein-See und der Bahnhof Langerwehe an den Indesee angebunden werden können. Ein neues Mobilitätskonzept für das indeland soll wichtige Fragen zum öffentlichen Nahverkehr und zu künftigen Straßenverbindungen beantworten. Im Rahmen eines touristischen Konzepts werden zudem Pläne zu möglichen Freizeitachsen und zur Lenkung der erwarteten Besucherströme entwickelt.

In sieben Jahren wird der Tagebau Inden die Kohleförderung einstellen und soll dann ab 2030 zu einer Seenlandschaft werden. Die Grundzüge des Indesees wurden vor etwa zehn Jahren unter Einbeziehung der Öffentlichkeit im „Rahmenplan Indesee 1.0“ entworfen. Auf dieser Grundlage haben die indeland GmbH und die Gemeinde Inden seitdem verschiedene Projekte angestoßen, die sich in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung befinden.

Nach Abwägung der unterschiedlichen Interessen beschloss der Braunkohlenausschuss, das parlamentarische Regionalgremium, im Jahr 2008 den geänderten Plan für die Bergbaufolgelandschaft. Die Landesregierung stimmte 2009 der neuen Zielsetzung zu: Die östliche Hälfte des Abbaufeldes des Tagebaus Inden sollte fortan überwiegend als See gestaltet werden.

Damit werden die Indener Ortsteile Lamersdorf, Lucherberg und Schophoven sowie der Dürener Stadtteil Merken zu Dörfern am See. Mit dieser Entscheidung setzten Politik und Verwaltung den großen Rahmen. Die Region hatte schon früh die nötige Struktur dafür geschaffen, der Rahmenplan selbst musste jedoch noch entworfen werden.

Der „Rahmenplan Indesee 1.0“, der in den Jahren 2012 bis 2015 unter Koordination der indeland GmbH entstand, stellt als Auftrag aus dem Braunkohlenplan die Entwicklungsziele für den künftigen Indesee in Abhängigkeit verschiedener Füllstände dar. In den Jahren 2013 und 2014 hat die Öffentlichkeit das Thema ausführlich diskutiert und erörtert. Das Ergebnis dient als Grundlage für die städtebaulichen Entwicklungen im Tagebauumfeld.

Mit dem 2020 von Bundestag und Bundesrat beschlossenen vorzeitigen Kohleausstieg änderte sich für den Tagebau Inden und seine Abschlussgestaltung wenig. Er macht jedoch eine Kurskorrektur erforderlich. Der Tagebau beendet seine Kohleförderung jetzt zum 1. April 2029 und damit etwa ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Dadurch haben sich neue Möglichkeiten ergeben, die zu einer Weiterentwicklung des Rahmenplans führen. Der „Rahmenplan Indesee 2.0“ wird derzeit erarbeitet.

Bürgerinnen und Bürger konnten sich im Juni 2022 in drei Workshops in den Dörfern Schophoven, Inden/Altdorf und Merken am Planungsprozess beteiligen. Im Mai hatten zudem Fachleute unter anderem aus den Bereichen Verwaltung, Behörden, Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus bei einem Fachworkshop in Jülich die Gelegenheit, ihre Anregungen einzubringen. Veranstaltet wurden die Workshops von der indeland GmbH in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Planungsbüro RMPSL LA, dem Kreis Düren, der Gemeinde Inden, der Stadt Düren und RWE Power. Hier bestand Gelegenheit, sich über den aktuellen Planungsstand zu informieren sowie Wünsche und Anregungen in den Prozess der Entwicklung des „Rahmenplans Indesee 2.0“ einbringen.

Durch die aktive Teilnahme an den Workshops konnte eine Vielzahl von Anregungen und Ideen gesammelt werden. Weit über 200 Anregungen konnten in die Planung aufgenommen und verschiedenen Themenfeldern zugeordnet werden.

Wie die Auswertungen der Bürgerworkshops in den indeland-Ortschaften Schophoven und Inden/Altdorf im Detail aussehen und welche Themen die Bürgerinnen und Bürger besonders beschäftigt haben, lesen Sie auf dieser Seite.

Ein Blick in die Zukunft

Nachdem der Rahmenplan überarbeitet und auch die Kernthemen politisch beraten und abgestimmt wurden, soll der „Rahmenplan Inden 2.0“ noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Einige der Anregungen werden in die laufende Überarbeitung des Rahmenplans einfließen. Andere Vorschläge, wie z. B. zum Thema Verkehr, werden in ein Mobilitätskonzept eingearbeitet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Wieder andere Anregungen werden erst nach weiteren Planungs- und Prüfprozessen zu konkreten Plänen und Vorhaben entwickelt. Klar ist: Es können nicht alle Anregungen aus den Workshops inhaltlich im Rahmenplan verarbeitet werden. Aber es liegt auf der Hand, dass Ihre Vorschläge als Grundlage für weitere Planungen im indeland dienen werden.

Nach der politischen Genehmigung des Rahmenplans legt RWE Power den Abschlussbetriebsplan vor, der für die Beendigung des Bergbaubetriebs und die Entlassung aus der Bergaufsicht aufgestellt werden muss. Dieser Plan muss eine detaillierte Beschreibung der technischen Umsetzung und der Dauer der beabsichtigten Betriebseinstellung sowie Angaben zur Beseitigung bzw. Wiederverwendung der betrieblichen Anlagen und Einrichtungen enthalten. Zudem dient er als rechtliche Grundlage für die abschließende Gestaltung des Indesees.

„Was passiert in der Zeit, wenn der See gefüllt wird?“

Im Anschluss daran werden sich das Planungsteam und die Bürgerinnen und Bürger gemeinschaftlich der Frage stellen, wie eine „Zwischenlandschaft“ in entstehenden See aussehen kann und wie das Gelände während der Zeit der Befüllung bis hin zum Endzustand des Sees für die Öffentlichkeit sinnvoll nutzen können. Denn auch die Zwischenlandschaft muss aufgrund des vorzeitigen Kohleausstiegs angepasst werden.

Der Braunkohlenplan, der raumordnerisch die Abbaugrenzen, Rekultivierungsgebiete und -ziele sowie die Umsiedlungsstandorte sichert, sieht beispielsweise vor, über die Tagebau-Böschungen Seezugänge für die Dörfer zu installieren. Das heißt: Es sind ein Strandzugang bei Lucherberg und weitere Seezugänge in Inden/Altdorf sowie in Schophoven zu schaffen.

Auch in der Planung um die Goltsteinkuppe stellen wir uns der Frage der Zwischennutzung schon jetzt sowie in der Planung zum Wettbewerb der „Sichtachse Gut Müllenark“ das Thema zur Zwischennutzung der Böschung seinen Raum findet. Doch welche Möglichkeiten zur Zwischennutzung sehen Sie? Ihre Meinung dazu ist gefragt! Um Ihren Anregungen und Gedanken zur Nutzung der Zwischenlandschaft Raum zu geben, wird das Planungsteam unter Leitung der indeland GmbH voraussichtlich im Frühjahr 2023 zu weiteren Bürgerwerkstätten einladen.

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Sie möchten bei der Gestaltung des Indesees mitwirken? Schicken Sie uns Ihre Wünsche oder Anmerkungen. Senden Sie einfach eine formlose E-Mail an: indesee@indeland.de

News zum Indesee

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Kontakt

Dr. Benno Esser

Planung und Flächen

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