Nordraum Indesee
Ein behutsamer Zugang zum künftigen Indesee. Der Nordraum verbindet Naturerleben, Landwirtschaft und Landschaftsschutz in einem sensiblen Zukunftsraum.
Im Norden des künftigen Indesees entsteht ein Landschaftsraum, der bewusst zurückhaltend entwickelt wird. Hier stehen nicht Badebetrieb, Gastronomie oder intensive Freizeitnutzung im Vordergrund, sondern Ruhe, Weite, Landwirtschaft, Naturschutz und ein behutsames Erleben der neuen Landschaft.
Der Nordraum Indesee liegt in den rekultivierten Bereichen nördlich und nordwestlich des künftigen Sees. Die Flächen bleiben auch künftig stark von offenen Landschaftsräumen, landwirtschaftlicher Nutzung und sensiblen Naturbereichen geprägt. Gleichzeitig soll der Raum für Menschen verständlich und zugänglich werden: durch ausgewählte Wege, Blickpunkte und Informationen, die Orientierung geben und den Wandel der Landschaft erfahrbar machen.
Das Projekt schafft damit einen besonderen Zugang zum Indesee. Es zeigt, dass der künftige See nicht überall gleich genutzt wird. Neben lebendigen Orten am Wasser braucht es auch ruhige Landschaftsräume, in denen Natur, Landwirtschaft und Erholung sorgfältig miteinander verbunden werden.
Worum geht es?
Das Projekt entwickelt den nördlichen Seeraum zu einem naturnahen Landschafts- und Erholungsraum. Der Nordraum soll Menschen ermöglichen, die Weite der rekultivierten Landschaft zu erleben, ohne sensible Uferbereiche zu stören. Besonders schützenswerte Zonen bleiben geschützt. Zugänglich werden vor allem ausgewählte Wege, Aussichtspunkte und Orte, an denen sich der Blick auf Landschaft, Landwirtschaft, Inde, Blausteinsee und den künftigen Indesee öffnet.
So entsteht ein wichtiger Gegenpol zu den stärker genutzten Bereichen des künftigen Sees. Während an anderen Uferabschnitten intensivere Freizeitangebote, Orte am Wasser oder touristische Infrastruktur entstehen können, steht im Nordraum das ruhige, landschaftsbezogene Naturerleben im Mittelpunkt.
Was entsteht im Nordraum?
Im Projekt wird ein freiraumplanerisches Konzept für den nördlichen Bereich des künftigen Indesees erarbeitet. Es soll klären, wie Landwirtschaft, Naturschutz, Landschaftserleben und Besucherlenkung sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Dazu gehören vor allem:
- die Entwicklung ausgewählter Wege und Blickpunkte
- die Einbindung der landwirtschaftlich genutzten Rekultivierungsflächen
- der Schutz ökologisch sensibler Ufer- und Flachwasserbereiche
- die Stärkung von Verbindungen zur Indeaue, zum Blausteinsee und zur Rur
- Informationsangebote, die Landschaft, Natur und Strukturwandel verständlich machen
- die Vorbereitung von Ideen- und Umsetzungswettbewerben für die Teilräume nördlich und südlich der Inde
- der Austausch mit Kommunen, Fachleuten und der interessierten Öffentlichkeit
Der Nordraum wird dabei nicht als einzelner Aussichtspunkt geplant, sondern als zusammenhängender Landschaftsraum. Wege, Naturbereiche, landwirtschaftliche Nutzung und spätere Zugänge zum See müssen so zusammenspielen, dass der Raum funktioniert — für die Menschen, aber auch für die Natur.
Für wen ist das Projekt?
Das Projekt ist für Menschen, die den künftigen Indesee ruhig, landschaftlich und naturnah erleben möchten. Es richtet sich an Menschen aus den umliegenden Kommunen, an Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Radfahrende, Naturinteressierte, Familien, Schulklassen und Besucherinnen und Besucher der Region. Auch für Landwirtinnen und Landwirte, Kommunen, Naturschutz, Fachplanung und regionale Partner ist das Projekt wichtig, weil hier unterschiedliche Anforderungen an denselben Raum zusammenkommen.
Der Nordraum soll Orientierung geben und Nutzung ermöglichen, ohne den Raum zu überfordern. Er ist deshalb besonders für Menschen gedacht, die nicht Baden, Wassersport oder Gastronomie suchen, sondern Landschaft, Ruhe, Ausblick und Verständnis für den Wandel.
Warum ist das Projekt wichtig?
Der Indesee wird die Region über Jahrzehnte verändern. Damit diese Entwicklung gelingt, müssen die Räume rund um den künftigen See frühzeitig vorbereitet werden. Der Nordraum Indesee ist dabei ein besonders sensibler Bereich. Hier treffen rekultivierte Landwirtschaftsflächen, wertvolle Naturzonen, neue Wegebeziehungen, künftige Uferbereiche und der Wunsch nach Erlebbarkeit aufeinander. Ohne eine klare Planung könnten Nutzung, Schutz und Orientierung in Konflikt geraten.
Das Projekt gibt diesem Raum eine gemeinsame Richtung. Es sorgt dafür, dass der Norden des Indesees nicht zufällig entsteht, sondern bewusst gestaltet wird: naturnah, zurückhaltend, vernetzt und im Einklang mit Landwirtschaft und Naturschutz.
So wird der Nordraum zu einem wichtigen Baustein der regionalen Transformation. Er zeigt, dass der künftige Indesee nicht überall gleich sein wird. Es braucht lebendige Orte am Wasser, aber auch ruhige Landschaftsräume. Der Nordraum steht für diese zweite Qualität.
Projektdaten auf einen Blick
| Wo liegt das Projekt? | Im nördlichen Bereich des künftigen Indesees, in den Kommunen Aldenhoven, Inden, Jülich, Eschweiler und Linnich |
|---|---|
| Worum geht es? | Naturnahes Landschaftserleben, Landwirtschaft, Naturschutz und Besucherlenkung |
| Handlungsfelder | Freiraum & Landwirtschaft, Freizeit & Erholung |
| Status | Laufendes Projekt |
| Zeitraum | 2025 bis 2029 |
| Projektträger | Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH |
| Kooperationspartner | Kommunen; Kreis Düren; Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW; PD - Berater der öffentlichen Hand GmbH; RWE Power |
| FINANZIERUNG | Kosten und Förderzugang werden im weiteren Verfahren konkretisiert. |
| Was passiert als nächstes? | Vorbereitung des Förderantrags für die Teilräume nördlich und südlich der Inde; Beteiligungsverfahren in Planung |
| Frühere Bezeichnungen | Nordkante Indesee / NoKaIn I + II |
Wie geht es weiter?
Im nächsten Schritt wird der Förderantrag eingereicht. Vorgesehen sind unter anderem Ideen- und Umsetzungswettbewerbe. Sie sollen zeigen, wie die Teilräume nördlich und südlich der Inde konkret entwickelt werden können.
Parallel wird die Beteiligung vorbereitet. Hinweise aus den Kommunen, von Fachleuten und aus der interessierten Öffentlichkeit helfen dabei, den Raum besser zu verstehen und die Planung an den tatsächlichen Anforderungen auszurichten.
Kontakt
Dr. Maren Krätzschmar
Regionales und Planung