Beim Bau und Betrieb von Gewerbe- und Industriegebieten werden große Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt. Gleichzeitig bieten neue Gebiete die Chance, Ressourcenverbrauch und Klimawirkungen bereits in der Planung deutlich zu verringern.
Im bundesweiten Pilotprojekt „KREGI – Klima- und Ressourceneffizienz in Gewerbe- und Industriegebieten“ entwickeln Fachleute unter Leitung der Faktor X Agentur der indeland GmbH und der ResScore GmbH dafür ein messbares Bewertungssystem. Es wird gemeinsam mit Kommunen und weiteren Fachleuten entwickelt und in der Praxis erprobt.
Worum geht es?
Für ressourcen- und klimaeffiziente Wohngebiete gibt es bereits erprobte Ansätze. Bei Gewerbe- und Industriegebieten fehlt bislang ein vergleichbares Instrument, das unterschiedliche Maßnahmen verständlich bewertet und miteinander vergleichbar macht.
KREGI betrachtet deshalb den gesamten Lebenszyklus eines Gewerbegebiets: von der Planung und dem Bau über den Betrieb bis zu späteren Veränderungen oder Rückbauten.
Neben Baumaterialien, Energie und Treibhausgasen werden auch Freiraumgestaltung, Biodiversität, Mobilität und gemeinschaftlich nutzbare Angebote berücksichtigt.
Was ist geplant?
Im Mittelpunkt steht ein umfassender Maßnahmenkatalog mit einem Punktesystem. Kommunen sollen damit Anforderungen für neue Gewerbe- und Industriegebiete festlegen und die Wirkung einzelner Maßnahmen einschätzen können.
Zum Projekt gehören insbesondere:
- die Entwicklung einer umfassenden Maßnahmenmatrix,
- die Bewertung der Klima- und Ressourcenwirkung,
- die Betrachtung aller Lebenszyklusphasen,
- ein nachvollziehbares Punktesystem,
- eine Webanwendung für Kommunen und Planungsbüros,
- die Erprobung in konkreten Gewerbegebieten,
- Workshops und Gespräche mit Kommunen, Unternehmen und Fachleuten,
- die Übertragung des Ansatzes auf weitere Regionen.
Das Instrument soll möglichst verständlich, flexibel und ohne unnötigen zusätzlichen Verwaltungsaufwand einsetzbar sein.
Was bedeutet das für Kommunen?
Klima- und ressourcenschonende Gewerbegebiete können dazu beitragen, neue Arbeitsplätze mit einer nachhaltigen Entwicklung der Region zu verbinden.
Eine gute Planung kann den Verbrauch von Rohstoffen und Energie verringern, Grün- und Freiräume verbessern und klimafreundliche Mobilität erleichtern. Auch die langfristigen Kosten für Bau, Betrieb und spätere Veränderungen können frühzeitig berücksichtigt werden.
Für Kommunen entsteht ein Werkzeug, mit dem sie klare und überprüfbare Anforderungen an neue Gewerbegebiete stellen können.
Wo stehen wir?
KREGI ist im Oktober 2023 gestartet. Die Maßnahmenmatrix wurde schrittweise entwickelt und durch Workshops, Fachgespräche und Modellierungen ergänzt.
Im Jahr 2026 steht die Entwicklung des Punktesystems im Mittelpunkt. Dabei wird geprüft, wie die unterschiedlichen Maßnahmen verständlich bewertet und in einer anwenderfreundlichen Webanwendung zusammengeführt werden können.
Bis zum Projektabschluss im Oktober 2027 soll das digitale Instrument fertiggestellt und in der Praxis erprobt werden. Kommunen aus dem Rheinischen Revier und weiteren Regionen können sich an der Erprobung und Evaluation beteiligen.
Projektdaten im Überblick
| Verortung | Pilotgebiete in Eschweiler und Inden; Anwendungsperspektive für ganz Deutschland |
|---|---|
| Schwerpunkte | Ressourceneffizienz, Klimaschutz, nachhaltiges Bauen und Gewerbeflächenentwicklung |
| Handlungsfelder | Klima & Ressourcen, Strategie & Entwicklung |
| Status | Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH |
| Zeitraum |
Oktober 2023 bis Oktober 2027 |
| Projektträger |
Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH |
| Kooperationspartner | ResScore GmbH, Stadt Eschweiler, Gemeinden Inden, Fachhochschule des Mittelstands, Institut für anthropogene Stoffkreisläufe der RWTH Aachen und Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie mehrere Kommunen bundesweit |
| Finanzierung | Förderprogramm STARK des Bundes sowie Kofinanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen |
| Besonderheit |
Bundesweites Pilotprojekt für ein messbares Bewertungssystem zur klima- und ressourcenschonenden Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten. Das Projekt knüpft an die Methodik der Faktor X Agentur für den Wohnbau im indeland an. |
| Nächste Schritte | Fertigstellung des Punktesystems und Entwicklung der Webanwendung |
| Frühere Projekttitel | Faktor X in Gewerbegebieten |
Kontakt
Christina Bachem
Projektmanagerin „Klima- und Ressourceneffizienz in Gewerbe- und Industriegebieten (KREGI)“
Faktor X Agentur der indeland GmbH