In Kirchberg entsteht das „Tor zum Indesee“. Auf einem ehemaligen Industrieareal des Jülicher Stadtteils ist unweit des nördlichen Seeufers ein Informations- und Treffpunkt für Gäste geplant. Von hier aus können sie die weitläufigen Landschaften im Norden des Indesees erkunden, die von Natur und Landwirtschaft geprägt sind.
In einem Workshop in der Kirche St. Martinus brachten nun mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger aus Kirchberg auf Einladung der indeland GmbH ihre Ideen zur Ausgestaltung des geplanten Gebäudes ein, dessen Räumlichkeiten auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden sollen.
Zwischen Natur, Landwirtschaft und Freizeit
„Der Nordraum des Indesees dient großräumig als Verbindungsraum zwischen den nördlichen Gemeinden und den Freizeitbereichen im Süden des Sees. Gleichzeitig bildet er entlang der Inde eine wichtige Ost-West-Achse zwischen dem Blausteinsee und der Sophienhöhe“, erläuterte Dr. Maren Krätzschmar, Projektleiterin Freiraum Nord bei der indeland GmbH.
Da in diesem von Landwirtschaft geprägten Freiraum entlang des Seeufers große Flächen als ökologische Vorrangzonen vorgesehen sind, ist eine gezielte Besucherlenkung unerlässlich. Das „Tor zum Indesee“ übernimmt hier eine zentrale Rolle: Es dient als Anlaufpunkt, um Besucherströme zu steuern und die empfindlichen Ökosysteme zu schützen, ohne dabei die Attraktivität der Region für Naturliebhaber und Erholungssuchende zu beeinträchtigen.
Günstige Lage an der renaturierten Inde
Die Lage am südlichen Ortsrand von Kirchberg ist aus verschiedenen Gründen sehr günstig. Zum einen beträgt die Entfernung zum Indesee nur etwa einen Kilometer. Zum anderen liegt das Areal praktisch direkt am Radweg entlang der renaturierten Inde, und auch der Zugang zum RurUfer-Radweg ist nicht weit entfernt.
Die indeland GmbH plant, im „Tor zum Indesee“ nicht nur Informationsangebote, sondern auch Veranstaltungsräume und Seminarräume einzurichten. Zudem soll eine Ausstellung die Besonderheiten der Region erlebbar machen. Damit wird das Gebäude zu einem lebendigen Ort des Austauschs und der Wissensvermittlung, der sowohl Einheimische als auch Touristen anspricht.
Architektur und Freiraum nehmen Form an
Im Workshop präsentierte Fritz Keuthen von NEW Architekten aus Köln erste Überlegungen zum Grundriss des eingeschossigen Gebäudes. Mit einer Grundfläche von 800 m² bietet das Gebäude ausreichend Platz für vielfältige Nutzungen. So sollen die Räumlichkeiten etwa auch von den örtlichen Vereinen aus Kirchberg und den umliegenden Ortschaften sowie Initiativen aus der gesamten Region offenstehen – etwa für Veranstaltungen, Workshops oder kulturelle Projekte.
Auch die umliegenden Außenflächen werden neu gestaltet. Neben rund 25 Parkplätzen entstehen barrierefreie Aufenthaltsbereiche, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Geplant sind unter anderem naturnahe Sitzgelegenheiten sowie ein Spielbereich für Kinder. Die ausgehängten Pläne zeigten, wie sich das von der indeland GmbH beauftragte Landschaftsarchitekturbüro KRAFT.RAUM aus Düsseldorf die Anlagen vorstellen könnte.
Mehr als ein Infozentrum: Ein Ort für die Region
Ziel des Workshops war es, die unterschiedlichen Wünsche und Anregungen aus dem Ort aufzunehmen und in die Vorplanungen einfließen zu lassen. Die Ergebnisse werden Ende April in einer weiteren Werkstatt in Jülich vorgestellt. Auf dieser Basis soll bis Ende Juni ein Förderantrag gestellt werden. Sollte das Projekt, das von Land und Region unterstützt wird, wie vorgesehen bis Ende des Jahres genehmigt werden, könnte das Gebäude bis 2029 realisiert werden.
Die lebhafte Diskussion im Workshop zeigte, wie wichtig den Kirchbergern eine gut durchdachte Anbindung des „Tors zum Indesee“ sowie die Verbindungen an den See sind. Die konstruktiven Hinweise zu den Zuwegungen und zur Verkehrssituation – insbesondere die Berücksichtigung des bestehenden Lastwagenverkehrs in der Nähe – fließen nun gezielt in die weitere Vorplanung ein. Gemeinsam mit der Stadt Jülich und den Fachplanern werden Lösungen erarbeitet, die eine sichere, attraktive und ruhige Erreichbarkeit des Gebäudes und der Radwege gewährleisten.
Impressionen
Workshop „Tor zum Indesee“ in der Kirche St. Martinus in Jülich-Kirchberg am 19. März 2026